Der gemeinsame aktive Auftritt von Vater und Sohn - Pit und Malte Kumpf - ist bei vielen Regatten ein bekanntes Bild, wobei sie üblicherweise klar getrennte Wege gehen: der Eine agiert an Land als Schiedsrichter oder auf dem Startschiff als Wettfahrtleiter und der Andere sorgt auf dem Wasser für gute Platzierungen. Dass auch beide zusammen einen guten Job machen können, haben sie am 25.09.2010 bei der Deutschen Bestenermittlung der Tandemklasse in Wesel zur großen Überraschung der anderen Teilnehmer auf dem Auesee bewiesen. Mit einem von der RWSG Zülpich gestellten, fast 30 Jahre alten Windglider-Tandem, belegten sie nach fünf Wettfahrten bei ihrem ersten Auftritt auf einem Tandem einen überraschenden 4. Gesamtplatz. Besondere Anerkennung bei den Spitzenteams fand dabei ihre mit großem Vorsprung gewonnene vierte Wettfahrt und das immerhin auf einem alten Windglider - und nicht auf einem der neueren Tandems, die normalerweise die Wettfahrten gewinnen. Pit und Malte sind sich auf jeden Fall sicher, dass es weitere Tandemeinsätze geben wird.

 

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Deutscher Vizemeister beim Bundesliga-Finale auf dem Chiemsee wurde beim Bundesliga-Finale 2010 vom 10. bis 12. September der Surfclub Warendorf mit (v.l.) Malte Kumpf, Yannick Wild, Alexander Becker und Dr. Stefan Sieme. Bilder: Gabi Wild

 

Der Surfclub Warendorf ist Deutscher Vize-Meister 2010. Beim Bundesliga-Finale vom 10. bis 12. September 2010 auf dem Chiemsee konnten sich die SCW-Windsurfer hinter dem hohen Titelfavoriten RSC Chiemsee und vor dem Dauerrivalen aus der Bundesliga West, dem Paderborner Yachtclub, den zweiten Platz sichern.

 

Alexander Becker, Malte Kumpf, Yannick Wild und Dr. Stefan Sieme waren nah dran an der Sensation, denn nach drei Wettfahrten lieferten sie sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem RSCC, der nach dem überlegenen Titelgewinn 2009 auch in dieser Saison, zumal auf dem heimischen Revier, das Maß aller Dinge war. Dabei gelang es den Bayern auch durch taktische Manöver, die Westfalen bereits am Start auszubremsen, sodass die vierte Wettfahrt die Vor-Entscheidung um den Meistertitel brachte. Im fünften Lauf gelang es dem SCW zwar, Boden gut zu machen, aber es langte nicht mehr für eine entscheidende Wende.

Das eigentliche Ziel der 1. Mannschaft SC WAF war an diesem Wochenende die Qualifikation für das Bundesligafinale - die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft - am Chiemsee. Der 15. NRW-Cup in Bruckhausen auf dem Tenderingssee war nämlich zusätzlich auch noch Ersatzveranstaltung für die im Juli ausgefallene Bundesliga-Regatta. Obwohl das erste Team nicht in Bestbesetzung antreten konnte, wurde die Quali erwartungsgemäß locker geschafft. Malte Kumpf und Alexander Becker bestritten beide Wettkampftage und Stefan Sime verstärkte das Team zusätzlich am Sonntag. Weil die Warendorfer die Regatta in Zülpich auslassen mussten war der Titel "Westdeutscher Meister" dem Paderborner Team kaum noch zu nehmen, aber immerhin war der zweite Platz in der Endabrechnung für Warendorf dann doch noch drin. Ralf Klabuhn und Torsten Everwand vom zweiten Warendorfer Team waren ebenfalls am Start und schafften in ihrer ersten Bundeliga-Saison immerhin einen beachtlichen 5. Platz im Feld von 11 zumeist schon etablierten Teams.

Niklas Mersmann trat mit seinem Teampartner Lukas Kieskemper in der Nachwuchsbundesliga an und beide schafften - obwohl deutlich jünger als das Siegerteam - in der Mannschaftswertung unangefochten den zweiten Platz und sind wie das erste Erwachsenen-Team, für das Finale am Chiemsee qualifiziert.

Eine eher unerwartete, aber äußerst erfreuliche Zugabe aberDass aber nebenher gleich noch zwei westfälische Einzeltitel erkämpft wurden war dann eher . Niklas Mersmann gelang in der Einzelwertung der BIC-Techno-Klasse die souveräne Wiederholung des Vorjahressieg beim NRW-Cup in der BIC-Overall-Wertung, obwohl er sich auch dieses Jahr wiederum gegen ältere Konkurrenten behaupten musste.Bei den Erwachsenen lag nach dem ersten Wettkampftag nach zwei Wettfahrten überraschend Malte Kumpf in Führung. Damit war nicht unbedingt zu rechnen, da auch der Deutsche Meister Fabian Grundmann am Start war, gegen den Malte im Juni noch knapp verloren hatte. Doch anders als zehn Wochen vorher an gleicher Stelle, ließ sich der 27-jährige Student aus dem Warendorfer Team dieses Mal nicht mehr von der Siegerstraße verdrängen. Trotz harter Kämpfe bis fast an die Ziellinie behauptete Malte in jeder der drei noch gefahrenen Wettfahrten seine Führung, konnte seinen härtesten Konkurrenten Fabian Grundmann stets kontrollieren und hinter sich lassen. Am Ende trennten die beiden zwar nur zwei Punkte, aber der Titel "NRW-Meister 2010" ging an den zufriedenen Malte Kumpf vom Surfclub Warendorf. Alexander Becker wurde fünfter, Torsten Everwand elfter, Ralf Klabuhn kam auf den 14. Platz (3. in der Masterwertung) und Stefan Sieme schaffte - obwohl nur am Sonntag gestartet - noch den 16. Platz.

 

In der letzten Juliwoche fand im südfranzösischen Martigues die Weltmeisterschaft im Windsurfen statt.


Insgesamt 430 Teilnehmer aus über 30 Ländern und von 4 Kontinentenmachten die Regatta zum größten Windsurfereignis seit 20 Jahren. Vom Surfclub Warendorf startete Niklas Mersmann in einem Feld mit 95 Teilnehmern. Auf einheitlichem Material wurde an fünf Tagen bei Temperaturen von über 30 Grad auf Europas größtem Salzwassersee um jeden Punkt gekämpft.
Die Windbedingungen waren sehr anspruchsvoll: aufWindstille folgte der Mistralwind, der mit 65 bis 100 km/h bereits an Land zu Materialbruch führte und einen Start aus Sicherheitsgründen unmöglich machte.

"Ich will auf keine Fall Letzter werden" hatte der 14jährige sich vorgenommen.
Mit dem 55. Platz in der Altersklasse U15 lag er als drittbester Deutscher im Mittelfeld, nachdem er am letzten Tag bei Flaute die ungünstigere Seite der Regattabahn erwischt hatte. Obwohl die Franzosen mit 145 Teilnehmern das mit Abstand größte Teilnehmerfeld stellten, gingen die Plätze eins bis drei nach Russland, Israel und Italien. Damit hatte sich die ca. 6500 km lange Anfahrt im Transporter von Novosibirsk ans Mittelmeer für den russischen Teilnehmer gelohnt. Nach vielen positiven Erlebnissen und neuen Freundschaften, die von England über Russland bis nach Argentinien reichen, möchte Niklas am liebsten in 2011 zur nächsten WM nach San Franzisco fliegen.



Gleitwind

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